Schande auf mein Haupt. Es hat etwas länger gedauert als geplant, aber heute geht es endlich weiter mit dem zweiten Teil über unseren Umzug in die USA. Wie im ersten Teil versprochen, wird auch im zweiten Teil nicht an Flexibilitätszwängen gespart… ach ja, und wer von euch selber einen Umzug in die USA plant, findet am Ende noch eine Liste von wertvollen Tipps für den eigenen Umzug. Nun aber viel Spaß beim lesen…

Welcome to Chicag0 - das abenteuer USA beginnt

Und Schwups, 8 Stunden, zwei Mahlzeiten und 4 Filme später, waren wir da. Müde und aufgekratzt zugleich landeten wir in Chicago O’Hare. Ein Traum eines Flughafens… nein, wohl eher nicht! Drittgrößter Flughafen der USA, aber eine Schönheit ist er nicht. Naja, zum Glück geht es ja um die Stadt und nicht um den Flughafen. Diese hat es mir nämlich, ganz anders als der Flughafen, bereits auf den ersten Bick angetan. 

Nach ein paar grimmigen, musternden Blicken bei der „Immigration“, den üblichen Fingerabdrücken und Fotos sowie vielen Fragen zu unseren Visa, fiel dann auch endlich hier der Stempel. Einreise genehmigt! Yippie! Ab ins taxi und in die Stadt. Ha, sagt sich so schnell – war aber alles andere als schnell. 9,5 Millionen Menschen in der Metropolregion Chicago sorgen dann halt doch für die entsprecehdnen Distanzen und den damit verbundenen Verkehr. 

Aber alles halb so schlimm. Bekanntlich ist ja Vorfreude die schönste Freude und so erbot sich uns eine erste kurze Sightsseing Tour durchs nächtliche Chicago. Am Ziel, unserer vorläufigen Wohnung angekommen, ging es völlig übernächtigt ins Bett… bis wir 4 Stunden später, beide um 04:30 morgens, hell wach und kerzengerade im Bett saßen. Ach, wie  ich Jetlag liebe!

Chicago
Von links nach rechts: Blick aus dem Willis Tower, Chicago Theatre, Hochhäuser bei Nacht, Ohio Street Beach, The Bean, Wrigley Building, Chicago River im West Loop, Field Museum, The Elevated

Die ersten Wochen - viel zu tun

Zum Glück hatte mein Mann die erste Woche noch frei und so ging es eine Woche lang auf gemeinsame Entdeckungstour. Dann Startschuss. Der erste Mai war gekommen. Erster Arbeitstag meines Mannes und mein erster Tag allein zu Hause. Vor dem hatte es mir ja etwas gegraut, aber immerhin gab es viel zu tun

Sondervertragskündigungen, Abmeldung aus Deutschland, Bankkonten, Social Security Number (Steuernummer), Autokauf und Kreditkartenbeantrugung. Ein Unterfangen, das als nicht US Bürger ohne Credit History schwierig sein kann. Credit History? Komplizierte Sache und wie auch die anderen hier genannten Punkte ein Thema für einen eigenen Beitrag. An dieser Stelle verrate ich aber so viel: Für die Banken hier gilt am Ende nicht wie viel du auf deinem Konto hast, sondern ob du deine Schulden immer pünktlich bezahlen kannst. Mehr Schulden verhelfen somit bei pünktlicher Rückerstattung zu einem Anstieg deines Credit Scores. Dieser widerum führt dazu, dass du mehr Geld geliehen bekommst, um z.B. ein Haus oder Auto zu finanzieren. Paradox, ist aber so. Daher auch der häufige Gebrauch der Kreditkarte anstatt der EC-Karte hier in den USA. 

Soviel nun aber zur Credit History, nur eine der vielen Herausforderungen des Anfangs. Was sonst noch dazu gehört? Definitiv das Verstehen der hiesigen Kranken- und Autoversicherungen, sowie das rechtzeitige Umschreiben des Führerscheins. Ein Artikel mit Tipps zu den To-Do’s der ersten Wochen folgt – versprochen! Hier soll es nun aber erst einmal um den Umzug an sich gehen…

Umzug in die uSA

Wohnungssuche - mal ein bisschen anders

25 Wohnungen später und die gewonnenen Erkenntnisse, dass „Garden View“ die amerikanische Variante von Souterrain ist (Amerikaner haben es einfach drauf alles besser klingen zu lassen als es wirklich ist!), die meisten Hochhäuser keine Anschlüsse für Waschmaschine und Trockner in den Wohnungen besitzen, sondern dafür einen gemeinsamen Waschraum haben, und man einen Makler auf Seiten des Mieters UND auf Seiten des Vermieters benötigt, fanden wir endlich unsere Traumwohnung. 

Nach kurzem Zittern bezüglich der fehlenden Credit History willigte unsere zukünftige Vermieterin trotzdem ein und es ging an die Vertragsunterzeichung. Festgelegt auf ein Jahr. Warum auf ein Jahr? Das habe ich mich auch gefragt, aber das System ist hier so. Vermieterfreundlich! Ein Jahr verpflichtend, danach können beide Seiten erneut entscheiden, ob die nächste jährliche Runde angegangen werden soll oder nicht. Wenn ja, dann natürlich inklusive Mieterhöhung. Ich sag doch: Vermieterfreundlich!…und ein Grund mehr in Immobilien und die Credit History zu investieren 🙂

Kleiner Exkurs - Bankwesen

Das Thema Credit History überstanden, kamen aber neue Komplikationen auf. Die erste Miete, plus Kaution von zwei Monatsmieten sollten sofort gezahlt werden, um den Vertrag zu besiegeln. Bei den Chicago Wohnungspreisen eine beträchtliche Summe. Allerdings war das eher weniger das problem, auch wenn ich selbstredend gerne weniger gezahlt hätte – Halsabschneider! Das Problem waren die SCHECKS! Wahrscheinlich fangt ihr jetzt lauthals an zu lachen. Das ist doch nur im Fernsehen so, nicht wahr!? – Nein, ist es nicht. Trotz fortschrittlichster Technologien in so vielen Bereichen (Bankenwesen eingeschlossen), gehören Überweisungen nicht dazu. Ja, es gibt sie…aber selten…und mein Scheckbuch heute ist fast leer.

Nach einem kurzen Exkurs in Sachen Schecks, lernten wir, dass es zwei Arten gibt. Den Personal Check und den Cashier’s Check. Den Personal Check kennt ihr vielleicht noch von früher oder aus dem Fernsehen – Was uns das Fernsehen doch so lehrt 🙂 – Nunja, jedenfalls hat man bei dieser Variante sein eigenes kleines Scheckbuch. Summe, Empfänger, Zweck und Unterschrift raufgekritzelt, kann der Empfänger diesen dann bei seiner Bank einreichen. Nachteil dieser Variante ist, dass der Scheck nicht gesichert ist und platzt, wenn das Konto nicht gedeckt ist. Doof, zumindest für den eigentlichen Empfänger. Daher gibt es den Cashier’s Check. Dieser wird von der Bank ausgestellt. Heißt die Bank blockt den Betrag des Schecks auf dem Konto des Ausstellers und versichert dem Empfänger somit den erhalt des Geldes.

In unserem Fall wurden zwei Cashier’s Checks und ein Personal Check benötigt. Aber leider besaßen wir weder eins dieser süßen kleinen schwarzen Scheckbücher, noch hatten wir das entsprechende Geld auf dem amerikanischen Konto. Der Großteil unseres Geldes war noch auf den deutschen Konten, wodurch beide Varianten so ihre Tücken hatten…

Standard Auslandsüberweisung dauerte in jedem Fall zu lang, um die Deadline für die Wohnung aufrecht zu erhalten. Und da haben wir sie wieder – Thema Flexibilität aus dem ersten Teil. Nach ein wenig Grübeln und Recherche, stoßen wir aber auf Transferwise. Eine super online Lösung, um Geld schnell und günstig über Ländergrenzen hinweg zu bewegen. Hm, hört sich illegal an, ist es aber nicht. Für größere Summen muss man allerdings registriert sein und die Registrierung kann ein paar Tage dauern. 

Somit doch keine Lösung und es blieb uns nur noch die Option, das Geld per Western Union direkt in die USA zu schicken. Ist euch auch schon mal aufgefallen, dass Western Union Filialen immer eher in den nicht so tollen Gegenden gelegen sind? Sehr praktisch… für jeden, der einen Raubüberfall plant ;D Natürlich ging aber alles gut und wir wurden bei der Abholung unseres Bargeldes nicht gleich Opfer eines Verbrechens. Das Geld wurde eingezahlt, die Schecks ausgestellt und bei der Gelegenheit die Personal Checks gleich mitbestellt. Dem Weg ins neue Heim stand in sofern nichts mehr im Wege…oder doch?

Die Sache mit dem Fahrstuhl und dem Feldlager

Schön wäre es, aber die Flexibilitätsprobe war noch lange nicht vorbei. Wo stehen wir mittlerweile eigentlich auf der Flexibilitätsskala?  Hat jemand seit dem ersten Artikel mitgezählt?

Naja, der Personal Check war jedenfalls als Kaution für die Reservierung des Fahrstuhls gedacht. Klar, in den 23. Stock schleppt kein Unternehmen der Welt die Möbel die Treppe hoch. Dafür gibt es Frachtenaufzüge. Da diese aber für Lieferungen und Umzüge (es gibt 450 Wohnungen in unserem Hochhaus) heißbegehrt und bei der Menge an Menschen schnell belegt sind, heißt es reservieren. Eine Hürde, die mir vorher noch nie so in den Sinn gekommen ist. Aber man lernt ja dazu!

Leider ist es halt bei einem internationalen Umzug nicht ganz so leicht zu sagen, wann die verflixten Möbel denn nun kommen – Warum nicht??? Richtig, ES DAUERT IMMER LÄNGER ALS MAN DENKT! Das habt ihr schon im ersten Teil gelernt und ist auf ausnahmslos alles in Puncto Auswandern anwendbar! So auch hier. 

Unsere Übergangswohnung hatten wir bis Ende Mai und eigentlich hätte auch unser Container bis dahin da sein sollen. Da dieser aber bereits seine Abfahrt in Hamburg verpasste, schien das gesamte Zeitmanagement aus der Bahn geworfen zu sein. Lange Rede kurzer Sinn, wir verlängerten unsere Zwischenwohnung nochmal um 2 Wochen und uns wurde versichert, dass unsere Sachen rechtzeitig am 16. Juni, pünktlich für unsere Fahrstuhlreservierung ankommen würden. Ein Tag vorher wurde dies nochmals bestätigt, sodass es mit Sack und Pack in die neue Wohnung ging.

Dann der Anruf (Ihr wisst was kommt… Richtig, ES DAUERT IMMER LÄNGER ALS MAN DENKT!) – Der Container sei wohl noch in New York…glaubte man zumindest! O-Ton unseres Dienstleisters: „Sorry Sir, everything is totally out of control!“. Ha, tatsächlich!??? Das beruhigt mich jetzt aber ungemein. Betrifft ja quasi nur mein halbes Leben! Genug mit Flexibilität!!!… aber die Wahl hatte ich nicht. Mal wieder musste eine Lösung her und da wir unsere andere Wohnung schon abgegeben hatten, beschlossen wir zu bleiben und das beste draus zu machen. Kurzer Hand kauften wir ein Airbed, Bettzeug und Handtücher, um ein paar Tage zu überbrücken. Campingfeeling in den eigenen 4 Wänden. Hat auch was… und sind wir mal ehrlich, das kleine bisschen Abenteuer gehört doch auch dazu!

Umzug in die USA - Endlich mit Möbeln

Aller guten Dinge sind drei… und so fand man nach einer Woche Luftmatratzenleben, unseren Container tatsächlich wieder. Gott sei Dank! Ich sag’s euch! Was für eine Freude, als nach und nach all unsere Sachen aus Deutschland ihren Weg in unser neues Heim in den USA fanden. Kurz musste ich mich kneifen, nun war alles offiziell! Und hat sich der ganze Stress gelohnt? Zu 100%! Aber sobald brauche ich das trotzdem nicht wieder 😉

 

Habt ihr auch schon einmal einen Umzug in die USA oder ein anderes Land mitgemacht? Dann hinterlasst mir doch unter diesem Beitrag einen kurzen Kommentar und erzählt mir von euren Erfahrungen rund um euren Umzug. Lief bei euch alles reibungslos oder gab es da auch die eine oder andere Hürde?

Für all diejenigen, die es noch nicht hinter sich haben, aber gleiches vor haben, hier nun aber wie versprochen ein paar Tipps für euren Umzug in die USA. Viel Spaß beim Planen und Packen – ich hoffe es hilft euch 🙂

 

Tipps Umzug in die USA

Bei den folgenden Tipps soll es nicht um allgemeine Tipps fürs Auswandern gehen. Dass man sich vorher informiert wie viel ein Umzug kostet (wenn man ihn selber zahlen muss), wie teuer das Leben und die Mietpreise vor Ort sind, setze ich als selbstverständlich voraus. Bei den Tipps hier soll es tatsächlich nur um Tipps für den eigentlichen Umzug und die Wohnungssuche in den USA gehen. Wir persönlich sind über ein deutsches Unternehmen in die Staaten gezogen, was das ganze Prozedere sowohl monetär als auch organisatorisch erleichtert hat. Da unser Visum recht spät bestätigt wurde, war keine zeit für die vorherige Wohnungssuche. Somit zogen wir zunächst in eine möblierte Übergangswohnung, bevor es dann auf Wohnungssuche ging.
Solltet ihr schon eine Wohnung haben oder nicht über ein Unternehmen in die USA gehen, gibt es sicherlich noch einiges mehr zu beachten, was hier nicht aufgeführt ist.

1.) Warten auf das Visum:
Nicht ungewöhnlich, dass der Arbeitsbeginn in den USA schon steht, aber das Visum noch
fehlt. Lasst euch davon nicht aus der Ruhe bringen, aber seid darauf gefasst, dass alles
sehr schnell gehen kann, sobald das Visum da ist. Auch wenn man so lange in der Luft
hängt, macht es Sinn einige Dinge vorab zu regeln bzw. zu besprechen. Besprecht Lösungen
mit eurem Vermieter und ggf. mit dem Arbeitgeber eures Ehepartners und bereitet vor, was
vorbereitet werden kann. Dazu gehört auch...
2.) Frühzeitig ausmisten:
Überlegt euch gut was ihr alles bei einem Umzug in die USA mitnehmen wollt. Das ist die
Chance mal richtig auszumisten. Zu viele Dinge, gerade Sachen, die zur Zeit eh nur im
Keller stehen, können bei einem Umzug ins Ausland belastend sein. Wer noch nicht weiss,
wie die zukünftige Wohnung/Haus aussehen wird, verbaut sich somit eventuell Optionen.
Keller und Dachböden sind in den USA, zumindest in Wohnungen, nicht die Regel.
Ziehst du also mit deinem gesamten Keller um, muss in den USA eventuell ein zusätzlicher
Storage Raum angemietet werden.
3.) Andere Stromspannung USA:
Aufgrund der anderen Stromspannung (110 V), gibt es einige kleinere elektronische Geräte aus Deutschland, die in den USA nicht richtig funktionieren. Dazu geören u.a.: Föhn, Nespresso-Kaffeemaschine, Raclette, Toaster, Wasserkocher, aber auch Trockner, Waschmaschine und manche ältere Fernseher. Handys, Laptops, neue Fernseher und Lampen (keine Energiesparlampen) können heutzutage auch mit amerikanischer Stromspannung bedient werden. Natürlich braucht man aber die entsprechenden Adapter für die Steckdosen. Diese könnt ihr entweder aus Deutschland mitbringen oder hier in den USA auch günstig übers Internet bestellen. Solltet ihr einige deutsche Lampen und Geräte mitnehmen, empfiehlt es sich auch mehrere Steckerleisten mitzubringen, um diese entsprecehnd anzuschließen.
4.) Converter:
Solltet ihr auf manche elektronischen Dinge nicht verzichten können, könnt ihr auch in einen Converter investieren, der die Stromspannung für eure Geräte umwandelt. So ein Converter kostet ca. $60 und ist hier in den USA erwerbbar. Alerdings seid gewarnt, der Converter ist ein großer schwarzer unansehnlicher Kasten, also nicht wirklich eine Option, um diesen in der Küche für eure Küchengeräte zu benutzen. Er ist eher eine Lösung, falls euer Fernseher nicht ohne funktioniert oder falls ihr ein Mal im jahr euer Raclette Gerät daran anschliessen wollt.
5.) Was man in den USA sonst nicht braucht bzw. anders ist:
Ihr kennt sie sicherlich aus dem Fernsehen, die Einbauschränke in jedem Raum. Verzichtet daher darauf euren Kleiderschrank mitzunehmen. Abgesehen davon, dass die deutsche Waschmaschine und der deutsche Trockner wahrscheinlich eh nicht in den USA funktionieren, gibt es in vielen Hochhäusern in den USA auch gar keine Anschlussmöglichkeiten. Dafür gibt es oft einen gemeinsamen Waschraum für das ganze Haus. Auch die Betten- und Bettdeckengrößen (meist aus einem Laken mit einer Überdecke bestehend) sind anders, was ihr ggf. falls bei euren Plänen berücksichtigen solltet. Die Einfuhr des Autos kann auch schwierig werden, daher empfiehlt es sich ggf. das Auto in Deutschland zu verkaufen und hier neu zu kaufen.
6.) Was darf nicht in den Container:
Folgende Angaben sind ohne Gewähr und nicht auf Volständigkeit überprüft. Euer Umzugsunternehmen wird aber auch darauf achten, dass unerlaubte Gegenstände nicht verstaut werden. Dazu gehören u.a.: Waffen, Drogen, Alkohol, Spraydosen jeglicher Art (wie z.B. Deodorants).
7.) Wichtige Papiere und Dinge für die ersten Wochen:
Die Chance, dass etwas mit euren Umzugskartons oder auch dem ganzen Container passiert, ist immer gegeben. Für ersetzbare Dinge kein Problem, da haftet die Transportversicherung, mit unersetzbaren persönlichen Dingen oder Papieren ist es eher schwierig. Überlegt euch vorab genau, welche wichtigen Papiere oder Festplatten mit in die USA müssen. Packt diese in euer Handgepäck. Das ist das sicherste Transportmittel. Stellt den Rest eurer Papiere, der nicht zwingend benötigt wird und eher Ablage darstellt, bei Familie oder Freunden unter. Da der Container mit allem drum und dran mindestens 2 Wochen in die USA braucht, solltet ihr außerdem eure benötigten Sachen für die ersten Wochen aussortieren und in euren Koffern vertsauen.
8.) Der Abschied:
Die Zeit vor dem großen Abschied kann sehr nervenaufreibend sein. Wenn die Zweifel kurz vorher kommen und der Abschiedsschmerz zu groß scheint, versucht euch dran zu erinnern warum ihr diese Entscheidung ursprünglich getroffen habt. Das hilft in dem Moment zwar nicht wirklich... Ich kann euch aber Mut machen: Sobald der Abschied vorbei ist, kommt auch die Vorfreude wieder. So war es zumindest bei mir.
9.)Wohnungssuche:
Informiert euch vorab genau über die Gegenden, in denen ihr sucht. Leider gibt es in den USA viele gefährliche Gegenden mit hoher Kriminalität. Dies gilt nicht nur für die Großstädte, sondern auch für kleiner Städte. Eine andere ungewöhnliche Sache: Hier braucht nicht nur der Mieter einen Makler, sondern auch der Vermieter hat einen Makler, die dann gemeinsam auch die Vertragsunterzeichung mit einem regeln.
10.) Mietvertrag
Das mag in anderen Städten anders sein, aber in Chicago gibt es Mietverträge immer für ein Jahr. Ein Jahr, auf das man sich verpflichtet. Danach wird beidseitig beschlossen, ob der Mietvertrag verlängert wird oder nicht. Wenn ja, dann wieder für ein Jahr und meistens hat dies auch eine Mieterhöhung zur Folge.
11.) Nützliche Tipps Zahlung erste Miete und Kaution:
Sobald ihr eine wohnung habt, wird sehr schnell auch das Geld für die erste Miete und Kaution verlangt. Aufgrund der hohen Mietpreise, kann dies recht viel Geld sein. Überweisungen gehören in den USA nicht zum Standard. Daher werden oft Zahlungen per Scheck verlangt. Überweist deshalb rechtzeitig genug geld auf euer amerikanisches Konto (Transferwise ist eine kostengünstige und schnelle Möglichkeit für Auslandsüberweisungen - für größere Beträge muss man sich aber registrieren, was einige Tage dauern kann) und beantragt gleich bei der Kontoeinrichtung auch ein Scheckbuch.
12.) Credit History
Ich hatte oben kurz die Credit History angesprochen, die man in den USA braucht, um Immobilien oder Autos zu finanzieren. Als Ausländer muss man sich diese erst aufbauen. Somit kann der Vermieter keine Auskünfte über eure Finanzen und euer Zahlungsverhalten einholen. Das könnte ihn abschrecken, da dies hier Standard ist. In unserem Fall haben unserer Vermieterin zum Glück ein Gehaltsnachweis und der Arbeitsvertrag gereicht. Lasst euch von der nicht vorhandenen Credit History aber nicht abschrecken. Am Ende finden sich Möglichkeiten und euer MAkler und auch Arbeitgeber werden euch sicher dabei unterstützen.
13.) Der Einzug in ein Hochhaus
Solltet ihr in ein Hochhaus ziehen, dann beachtet, dass vermutlich der Lastenaufzug dafür gebucht werden muss. Da Leute meistens zur etwa gleichen Zeit umziehen und der Lastenfahrstuhl auch für andere Lieferung genutzt wird, kann dieser schnell ausgebucht sein. Versucht daher soweit es geht vorab mit eurem Umzugsunternehmen und eurem Haus Management eine Zeit für den Umzug zu koordinieren.
Der wichtigste Tipp überhaupt:
ich verspreche euch, irgendetwas wird schief gehen, nicht so laufen wie ihr dachtet oder länger dauern als erwartet. Wenn nicht schon beim Umzug, dann aber mit Sicherheit irgendwann danach. Leben in einem fremden Land mit einer anderen Kultur, anderen regeln, anderen Standards ist prädestiniert für Fehleinschätzungen und Fehler machen. Daher ist das wichtigste: Bleibt entspannt, das ist normal und für fast alles gibt es Lösungen. Man muss nur an ihnen arbeiten!!!

Bis zur nächsten kleinen großen Reise,

Eure Kerrin

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Farbenschiff

    Mann! Da habt Ihr aber was erlebt! 🙂
    Das „Feldlager“ sieht schon ziemlich gemütlich aus. Nach meiner Erfahrung sind die entbehrungsreichen Zeiten im Rückblick oft die schönsten. Man ist sich so nah!
    Weiterhin viel Freude bei Deiner kleinen großen Reise! LG 🙂